Dr. Gerhard Buchinger

TA - eine Standortbestimmung

Dr. Gerhard Buchinger

Transaktionsanalytischer Psychotherapeut, Lehrtherapeut, Psychoanalytiker in Ausbildung unter Supervision, Gruppenanalytiker in Ausbildung, Supervisor

 

Wie Hennig und Pelz (1997) betonen, ist die Transaktionsanalyse eine relativ junge Psychotherapierichtung, die von Eric Berne begründet wurde. Von Paul Federn (1978) übernahm Berne das Konzept der Ich-Zustände, von Erik Erikson (1973) die Theorie der menschlichen Entwicklung als eine Wechselwirkung zwischen inneren Prozessen und sozialer Realität. Dies hat die Ideen zum Lebensplan des Menschen (Skript) beeinflusst. Eric Berne war auch von Melanie Klein (2001) beeinflusst. Federn, Erikson und Klein waren Psychoanalytiker, dies erklärt die Nähe zur Psychoanalyse, bei Berne zeigt sich eine Weiterentwicklung und Akzentverschiebung. So können zwischen der Objektbeziehungstheorie von Klein und den Grundpositionen Parallelen gefunden werden. Dies erklärt die Entstehung aus der Psychoanalyse, die in den frühen Büchern Bernes deutlich wird (u.a. Berne, 1999). So sind die Hauptwerke „Die Transaktionsanalyse in der Psychotherapie“, „Grundlagen der Gruppenbehandlung“ und „Was sagen Sie, nachdem Sie Guten Tag gesagt haben“ nur mit einem Verständnis von Psychoanalyse zu verstehen. Man kann von einer Weiterentwicklung der Psychoanalyse sprechen, in den letzten Jahren sind diese Wurzeln wieder wichtiger geworden. Die Theorie der Ich-Zustände etwa läßt sich auf Federn (1978), Fairbairn (2007) zurückführen. Es finden sich auch Hinweise bei Heimann (zitiert nach Bollas, 2005). Im Kontext der Psychoanalyse läßt sich Berne eher als neopsychoanalytisch beeinflusst beschreiben, weil für ihn die Rolle der Umwelt, der interpersonellen Beziehungen sehr wichtig war, wie dies unter anderem im Kommunikationsmodell zum Ausdruck kommt. Auch ist es ein Wesen der Neopsychoanalytiker, „Freud weiterentwickeln zu wollen“ und die Nähe zur humanistischen Psychologie deutet sich an. Berne selbst setzte sich Zeit seines Lebens intensiv mit der Frage nach dem Sinn des Lebens auseinander (Berne, 1972, 447 ff.). Ein Versuch, die Berne´schen Gedanken in das 21. Jahrhundert zu transponieren findet sich bei Meissner (2008). 

Clarkson (1996) ordnet die TA den drei Hauptrichtungen der Psychologie zu – der Psychoanalyse, der Verhaltenspsychologie und der Humanistisch-existentialistischen Psychologie. Sie erwähnt auch, dass neben der Ausrichtung auf Schulen „bestimmte Charakteristika von Klienten und die helfende persönliche Beziehung die entscheidenden Komponenten wirksamer Psychotherapie sind, nicht aber unbedingt die Wahl des psychotherapeutischen Systems“ (Clarkson 1996, 17). Dies schließt an die aktuelle Wirksamkeitsdiskussion psychotherapeutischer Schulen an. Eine diesem Umstand gerecht werdende Entwicklung aus Sicht der Transaktionsanalyse ist der Weg, den Richard Erskine mit der Integrativen Psychotherapie beschreitet. 

Kennzeichnend für die Transaktionsanalyse ist eine Vielzahl von Modellen, die neben Berne unter anderem von Erskine (1974, 1979), Dusay (1972), Karpman (1968), Steiner (1971), Robert und Mary Goulding (1992), Schiff (1971, 1990), James und Jongeward (1980), English (1980), Kahler (1974), Clarkson (1996) und anderen entwickelt wurden. Gründe für diesen Wunsch nach Struktur waren die Kritik an der langen Behandlungsdauer der Psychoanalyse und das Fehlen von Zielen in der Behandlung. So entstand ein sehr psychosozialer Zugang, der unter anderem von einer verständlichen Sprache und einer Gleichwertigkeit von Therapeut und Klient gekennzeichnet ist. Der Therapeut wird als Mensch sichtbar, die therapeutische Haltung wirft die Frage der Abstinenz auf, die zur Erarbeitung von Ethikrichtlinien (siehe Ethikrichtlinien der Deutschen Gesellschaft für Transaktionsanalyse - DGTA), die den Umgang zwischen Therapeut und Klient und das therapeutische Setting beinhalten, führte. 

In den 70er Jahren führte diese Vielzahl von Modellen zu einem fast mechanistischen Ansatz, der immer wieder Gefahr lief, allzu oberflächlich auf einer Verhaltensebene zu bleiben und in Richtung einer Symptombehandlung und nicht einer Persönlichkeitsbehandlung zu gehen. Die fehlende Tiefe, das fehlende psychoanalytische Wissen und der Zeitgeist der 70er Jahre, im „Hier und Jetzt“ zu handeln, dürften diese Entwicklung verstärkt haben. 

Gerade in letzter Zeit ist es der Transaktionsanalyse zum Teil gelungen, einen integrativen Weg zu beschreiten. hier seien vor allem Clarkson (1996), Kottwitz (1991), Hargaden und Sills (2002) und Kouwenhoven et al. (2002) zu erwähnen. Große Verdienste bei der Positionierung der Transaktionsanalyse erwarb sich auch Rath (u.a. 1992). Neben der Entwicklung, schulenübergreifende Elemente zu stärken, zeichnet sich eine gewisse Rückbesinnung auf die Psychoanalyse ab, wenngleich das Paradigma der Psychoanalyse ein anderes als das der Transaktionsanalyse ist, die Psychoanalyse legt die Perspektive ihrer Betrachtung auf intrapsychische Prozesse, in der Transaktionsanalyse werden durch die Transaktionen die unbewussten Prozesse beschrieben. Die Transaktionen führen uns zum Unbewussten. Dieser Zugang betont die bedeutsame soziale Komponente der Transaktionsanalyse. 

Während die Psychoanalyse postuliert, das Unbewusste kenne keine Endlichkeit, was in der Praxis einen nahezu unendlichen Deutungsraum schafft, sind die Modelle der Transaktionsanalyse allein aus entwicklungspsychologischer Sicht (Einschärfungen) determiniert. Dies bringt Vorteile und Nachteile und bedeutet in der Praxis, dass aus einer Vielfalt von Modellen Struktur gebende Elemente entwickelt werden können, wobei sich erwarten lässt, dass sich dieses Unterfangen in der therapeutischen Praxis bewährt. Gerade wenn KlientInnen einer Stabilisierung bedürfen, einer Reduktion von Angst, einer Realitätsüberprüfung, einer Begleitung nach einer Traumatisierung, einer Bearbeitung einer aktuellen und akut belastenden Situation, dann werden die erklärenden Modelle der Transaktionsanalyse gerne von den KlientInnen übernommen und lassen sich von diesen im Alltag nutzen. 

Durch die Reflexion mit den TherapeutInnen kann die KlientIn einen positiven Transfer ermöglichen. Das Verstehen von Situationen und die eigene Positionierung führen in den meisten Fällen zu einer Linderung seelischer Leidenszustände, zu einer Entspannung und Stabilisierung. In dieser erwünschten Behandlungsentwicklung liegt gleichzeitig ein mögliches Problem: bei einer intensiveren Betrachtung der Situation können die vielen Modelle – im Gegensatz etwa zur Psychoanalyse – bei oberflächlicher ausschließlich auf die Verhaltensebene bezogener Anwendung sehr determinierend und einschränkend wirken. Es gilt also, die Wirksamkeit der Transaktionsanalyse im Zusammenspiel des persönlichen Stils der TherapeutIn und der angewandten Modelle in Bezug auf eine Veränderung der Befindlichkeit in Richtung Wohlbefinden und Gesundung generell zu überprüfen und nicht bezogen auf ihre einzelnen Modelle. Dies könnte nämlich in Richtung eines zu mechanistischen, eher verhaltenstherapeutischen Ansatzes interpretiert werden, was dem komplexen Ansatz der Transaktionsanalyse nicht gerecht werden würde. Es ist aber zu erwarten, dass neben der Verbesserung einer generellen Befindlichkeit auch einzelne Faktoren wie etwa die Befindlichkeit durch mentale Stabilisierung (Erwachsenen-Ich) zunimmt und die KlientInnen nach einer Behandlung in den Bereichen der Realitätsüberprüfung und unter anderem der Regulierung von Affekten eine Verbesserung berichten. Eine der Stärken der Transaktionsanalyse liegt mit Sicherheit in deren Einstimmigkeit. Berne selbst legte großen Wert darauf, dass „jeder Mensch denken kann“, „Menschen Entscheidungen treffen können“, „Verantwortung für sich selbst und andere tragen“ und als Ziel ihrer Entwicklung „Autonomie“ haben (Berne, 1966). In diesen Schlüsselaussagen kommt die Stärke der Transaktionsanalyse zum Ausdruck. 

Psychotherapeutische Identität taucht immer wieder in der theoretischen Diskussion auf (s.a. Hermann, 2011). Erikson (1973) befasst sich mit Identität und Identitätsdiffussion. Berne war bei Erikson in Analyse. Meist geht es um die Identität der KlientIn, fast nie um die der TherapeutIn und noch seltener um die Identität der psychotherapeutischen Schulen. Bei vielen Schulen scheint auf den ersten Blick eine klare und eindeutige Identität vorzuliegen, was in der Folge zur Ausbildung von Stereotypen führen kann. Aber es gibt sowohl in der Psychoanalyse etwa eine Einteilung in die vier Schulen – Freud, Objektbeziehungen, Ich-Psychologie und Selbstpsychologie. Hier gibt es dann die „Freudianer“, die „Kleinianer“, die „Neo-Kleinianer“ usw. Weiterentwicklungen können die psychoanalytische Psychotherapie, die interaktionelle Methode oder die Mentalisierung sein. Freud war es wichtig, seine Schule zu etablieren. In anderen Schulen stehen die Protagonisten für diverse Paradigmen, manche für Nüchternheit (Verhaltenstherapie), andere für Empathie (Gesprächstherapie), wieder andere für das Zeigen von Gefühlen (Gestalttherapie). 

Die Transaktionsanalyse wird eher mit einem Bestseller von Eric Berne in Verbindung gebracht, mit dem Buch „Spiele der Erwachsenen“ oder etwas differenzierter mit dem Modell der Ich-Zustände (welches meist in dem Spiele-der-Erwachsenen-Kontext angeführt wird und dementsprechend nicht in seiner vollen Wirkung verstanden wird). Politisch (und auch Identitätsstiftend) handelte Berne vielleicht am ehesten, als er die „Internationale Gesellschaft für Transaktionsanalyse“ am 20. Oktober 1964 gründete, zu einer Zeit als sich Interessierte in San Francisco trafen. Damit bewies er mit Sicherheit Weitblick. Ich will damit andeuten, dass neben der Qualität einer psychotherapeutischen Schule auch die politische Verankerung der Schule mit Wirksamkeit was zu tun haben kann.

Nun fällt schon auf, dass die Ausführungen zunehmend stereotypischer werden, was mir bewusst ist und in Wirklichkeit ist die Situation wesentlich differenzierter. Wir müssen uns auch diesen Stereotypien stellen, denn diese begleiten uns ständig auf einem hürdenvollen Weg der Identitätsfindung und Abgrenzung. Bleiben wir noch etwas bei den Stereotypien: Während sich die Psychoanalyse mit dem bewährten und allseits vertrauten Sigmund Freud leicht tut – Freud gilt, was die Psyche des Menschen betrifft als einer der prägenden Denker des letzten Jahrhunderts - sieht es in der Transaktionsanalyse völlig anders aus. Eric Berne fällt in der professionellen Öffentlichkeit ein bescheidener Respekt zu – sofern er überhaupt bekannt ist und es gelingt wesentlich schwerer, sich auf den Berne zu berufen, da er bereits zu Lebzeiten andere ermutigt hat, die Transaktionsanalyse weiterzuentwickeln. Dies hat zum Nachteil, dass eine klare Zuordnung und Definition der Schule fast unmöglich ist, es hat aber auch zum Vorteil, dass es in der transaktionsanalytischen Gemeinde kein Frevel ist, die transaktionsanalytische Theorie weiterzuentwickeln – vielleicht mit der bescheidenen Einschränkung, bei der Weiterentwicklung davon auszugehen, sie einmal verstanden zu haben, um dann entweder in Richtung psychoanalytischer Transaktionsanalyse (Novellino, 2004) oder gleich spezieller in Richtung Objektbeziehungstheorie (Cornell, 2003), oder – was häufig mit der Transaktionsanalyse in Verbindung gebracht wird – sie als „lösungsorientierten, kurzzeittherapeutischen Ansatz“ zu betrachten (Wyler-Krisch, 2000). Ausführlich beschäftigt sich Christoph-Lemke (2001) mit der Frage, wie integrativ die Transaktionsanalyse ist, während Schlegel (2003) die Berührungspunkte zwischen TA und heutiger kognitiver Therapie betrachtet. Bereits erwähnt wurde Rath (1992), der versucht hat, die theoretischen Grundlagen der Transaktionsanalyse wissenschaftstheoretisch zu hinterfragen und zu beschreiben und wichtige Grundlagen zur Identitätsbildung geliefert hat. 

Es ist also fast zu erwarten, dass eine Vielzahl von Modellen und deren Anwendungen in den unterschiedlichsten Feldern ebenfalls Vielzahl zu einer Vielzahl von Begriffen führt, die erklären sollen, aber auch die Gefahr in sich bergen, zu Unklarheiten, Mehrdeutigkeiten und Missverständnissen zu führen, zumal nicht allen Transaktionsanalytikern die psychoanalytischen Wurzeln bekannt sind. 

Die transaktionsanalytische Psychotherapie befindet sich in einer ständigen Weiterentwicklung beginnend bei der Veröffentlichung von wissenschaftlichen Arbeiten, über ein reges Kongressleben bis hin zu Diskussionen in Peer-Groups und auch zu Dialogen in der Klient-Therapeut-Beziehung. Mir fällt der philosophische Gassenhauer des halb vollen bzw. halb leeren Glases ein: Halb voll betrachtet ist die Transaktionsanalyse eine wunderbare Therapierichtung, die viele Anteile anderer Schulen bereits vorweggenommen hat (und leider zu wenig politisch war, diese Erkenntnisse für sich zu reklamieren) und die dadurch ein enormes integratives Wachstumspotential hat; halb leer ist sie ein Stückwerk mit den unterschiedlichsten Ansätzen, die sich zum Teil im Weg stehen, als Modelle aber ungenügend fertig gedacht wurden – Berne ist zu früh gestorben - und mechanistisch vereinfachend sind. 

Bereits relativ früh nach dem Tod von Berne im Jahr 1970 verfasste Barnes (1977) ein Werk, welches sich zum Ziel setzte, „(1) sich öffentlich einer theoretischen und klinischen Selbstbeobachtung zu stellen, (2) die Verschiedenheit der Richtungen in der Transaktionsanalyse zu dokumentieren, (3) die transaktionsanalytische Theorie zu fördern, (4) neue klinische Richtungen zu erfassen, (5) den Dialog zwischen den tonangebenden transaktionsanalytischen Schulen und Methoden anzuspornen und zu fördern, (6) einen Abriss unseres derzeitigen Standes in der Transaktionsanalyse zu liefern und (7) ein lesbares und verständliches Nachschlagwerk über die Transaktionsanalyse zu publizieren, das vielleicht Denkarbeit erfordert, aber keine besondere Dechiffrierung verlangt.“ (Barnes, 1979, 11). 

Damit scheint in allgemeiner Form aus damaliger Sicht gleich einem Appell vorgegeben worden zu sein, in welche Richtungen sich die TA entwickelt hat und entwickeln kann. Tyrangiel (2004) bezieht sich auf James Allen, einen ehemaligen Präsidenten der ITAA und meint, daß Transaktionsanalytiker heute eine Vielzahl gleicher Konzepte benutzen und es sich aus ihren Persönlichkeiten und den Leuten, mit denen sie arbeiten ergibt, ob sie eher klassisch psychiatrisch oder modern beziehungsorientiert arbeiten und fährt fort, dass es bei allen verwendeten Konzepten wahrscheinlich am besten ist, wenn man diese als nützliche Konstrukte versteht. 

„Diese entsprechen nicht unbedingt der Wirklichkeit ... was zählt, ist ... dass wir verstehen, wie diese (die Konstrukte) historisch entstanden sind und dass wir deren Stärken und Schwächen kennen und wissen, wann wir sie am besten anwenden.“ (Tyrangiel, 2004, 198). Davon ausgehend bezieht sich Tyrangiel auf die Wirksamkeit der Transaktionsanalyse und sieht dafür eher weiche Faktoren massgebend denn einzelne Techniken und – bezugnehmend auf Novey (2002) es das transaktionsanalytische Ausbildungssetting (unter anderem Internationalität, offene Kommunikation, Großzügigkeit im Geben und Nehmen von Zuwendung, Echtheit, Spontaneität, Humor, Permissiveness, Unkonventionalität, offene Architektur, Ehrlichkeit, Optimismus im Kindheits-Ich, Akzeptanz im Eltern-Ich, man denke an den Umgang in Krisen und die Resilienzforschung oder eine Lösungsorientiertheit im Erwachsenen-Ich) ist, welches die vielfältigen Ansätze und Anwendungen ermöglichen und den Ausbildungskandidaten Eigenschaften wie Wärme, Interesse und Verständnis vermitteln. 

Relativ bald bildeten sich mehrere Schulen in der Transaktionsanalyse heraus. Barnes (1979) führt die Klassische Schule, die von Berne gegründet wurde, die Cathexis-Schule der Familie Schiff und die Neuentscheidungsschule der Gouldings an. In seinem Artikel findet sich eine sehr genaue Auflistung (Barnes, 1979, 30 ff.). Allen Schulen gemeinsam ist das Therapieziel der Autonomie, die Wege dorthin sind insbesondere was den Sitz der primären Pathologie in den Ich-Zuständen betrifft, unterschiedlich. Auffallend ist bereits hier die Aufteilung der klassischen Schule in die unterschiedlichsten Ausrichtungen und therapeutischen Vorgangsweisen. Viele Jahre später sprechen Moiso und Novellino (2004) von fünf Schulen innerhalb der Transaktionsanalyse, sie fügen den bereits erwähnten drei Schulen, der klassischen, der Neuentscheidungs- und der Neubeelterungsschule die integrativ eklektische und die psychodynamische (oder Neu-Berne´sche) hinzu. 

Sie gehen sogar so weit, als sie die psychodynamische als „vielleicht die vielversprechendste Form neo-psychoanalytischer Psychotherapie“ (Moiso und Novellino, 2004, 13) betrachten. Problematisch erscheint ihnen, dass es nach der Öffnung von Berne von einer geschlossenen, epi-genetischen Epistemologie der Psychoanalyse hin zu einer offenen und interpersonell begründeten Epistemologie der Motivation, wie das im Konzept des psychologischen Hungers nach Anerkennung, wahrgnommen werden und Stimulation der Fall ist, zu einer Vielzahl von Versuchen eklektischer, integrativer Ansätze kam, die die Transaktionsanalyse in die intelektuelle und professionelle Isolation geführt hat. 

Abschließend lässsich festhalten, dass Berne eindeutig aus der Psychoanalyse kam, unter anderem von Klein, Fairbairn und Federn beeinflusst war und humanistisch existentialistische Anteile integrierte. Er regte seine Schüler an, die Transaktionsanalyse weiterzuentwickeln, was zu einer Vielzahl von Modellen und Anwendungsgebieten führte. Im Gegensatz zum klassisch psychoanalytischen Ansatz, der intrapsychisch dominiert ist, ist die Transaktionsanalyse eindeutig interpsychisch ausgelegt.


Literatur

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